21. November 2007

Karl und Theo

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 18:34

Dass wahre Gourmets ihren Champagner trotz allem nicht bei Aldi kaufen, wissen wir ja nun schon seit einer ganzen Weile. Ich prognostiziere jetzt mal, dass die Upper Crust auch zum Ferrari-Fahren woanders hingehen wird.

Am Rande erinnert mich das an diese grandiose Geschichte am Anfang von Absolute Giganten: Ein Kunde will in einer Werkstatt seinen frisch lackierten Ferrari abholen. Stolz wird ihm der nun schwarze Wagen präsentiert. Der Kunde gerät völlig in Rage und fängt an rumzubrüllen, warum das Auto schwarz sei! Das sei doch ein Ferrari!

Walter aka Antoine Monot Jr. hilft der Erinnerung des Kunden auf die Sprünge:
Wieso? Du hast doch gefragt ob wir das schwarz machen können?

17. Oktober 2007

Does not compute

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 11:10

Ein Freund von mir programmiert Roboter. Und zwar keine aus Lego sondern solche hier. Klar, dass das auf Menschen wie mich überaus faszinierend wirkt.

Ich habe meinem Freund nun endlich klar machen können, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist, sich für die Zukunft zu Rüsten. Ich habe ihm empfohlen, ein selbständiges Unterprogramm in seine Roboter einzuschleusen. Denn dass die Revolution kommt, ist nur eine Frage der Zeit. Dank eines solchen Riot-Modes hätte er dann stets eine sichere Heimstatt. Wenn draußen in den Strassen die Maschinen patrollieren, kann er hinter seiner orangenen Leibgarde in Deckung gehen.

Angelehnt an Asimovs Gesetze haben wir uns jetzt auf folgende Grunddirektiven geeinigt:

  1. Ein Marmeladeabfüllroboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Marmeladeabfüllroboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Marmeladeabfüllroboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.
13. Oktober 2007

Aubergine im Strumpf

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 16:24

Eigentlich war ich mit meinen Fesseln immer sehr zufrieden. Natürlich meine ich nicht die gesellschaftlichen, sondern die physiologischen, die da unten, zwischen Fuss und Unterschenkel. Zwar sind sie bei mir für meinen Geschmack fast etwas zu schlank, aber funktioniert haben sie immer ausgezeichnet. Dank ihnen liessen sich meine Füsse biegen und beugen, neigen und senken. Grandios!

Diese glorreichen Zeiten uneingeschränkter Bewegungsfreiheit sind seit einer Woche vorbei. Ich bin nun stolzer Besitzer einer Rupture de Tendon, eines Sublux. tali. sinister, kurzum: Eines Außenbandrisses!

Mysteriöserweise ziehe ich mir solcherlei Verletzungen stets im Ausland zu. Vor etwa vier Jahren bin ich in Italien mal in einen Pool gesprungen, aus großer Höhe, bäuchlings. Das Natursteinschwimmbecken hatte leider bei weitem nicht die von mir erwartete Tiefe, so dass ich mit einer Fraktur des Os nasale wieder auftauchte, blutig und zum Erstaunen der anwesenden Badegäste.

Den aktuellen Riss der Außenbänder zog ich mir im schönen Österreich zu, in einem Wintersportort, ohne allerdings irgendeiner sportlichen Tätigkeit nach zu gehen, einfach so beim Hüpfen. Zwei umgehängte, schwere Reisetaschen hatten mein ohnehin beachtliches Körpergewicht derart erhöht, dass meine, bereits erwähnten, zarten Fesseln, und die sie zusammenhaltenden Bänder, der auftretenden Hüpflast nicht mehr gewachsen waren. BOING. Binnen weniger Minuten wies mein Knöchel eine erstaunliche Schwellung auf, die mich im örtlichen Krankenhaus überraschenderweise jedoch nicht zum Gespött der Schwestern, sondern zum begehrten Studienobjekt der saisonal bedingt unterforderten Ärzte machte: Eine Ski-Verletzung bei 25 Grad im Schatten!

Für den nächsten Urlaub (Nordafrika/Naher Osten) sammle ich ab jetzt Verletzungsideen. Vorschläge nehme ich in den Comments entgegen. Gern auch mit Foto!

Hart Gesottene klicken

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25. September 2007

Tausche Matroschka gegen LG K800

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 09:32

Das nennt man wohl emotional SPAM. Also ich bestelle mir einen T-80 und eine Flasche водка.

My dear Friend,

My name is Vladimir and I live in Russia.
I’m a collector of old GSM mobile phones. I have two hundreds phones in my collection of different manufacturers (Siemens, Nokia, SAMSUNG, Motorola, Alcatel, Panasonic and others).
If you have any old mobile GSM phone which you don’t use anymore, please let me know. If I don’t have this model of phone in my collection – I would be pleased to change it for the beautiful Russian souvenirs or any other thing you may need from Russia.

I send you best wishes from Russia.
Vladimir <vladmir@eposte.ru>

18. September 2007

Schade,

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 20:44

… kein neuer Job bei der Bank: 

Sehr geehrter Herr Freerk,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 04.09.2007. Leider komme ich erst heute dazu, Ihnen zu antworten. Dafür bitte ich um Entschuldigen.
Eine gebührenfreie Einzahlung Ihres ungerollten Kleingeldes ist leider nicht möglich
Leider wurden unsere Geldzählmaschinen abgeschafft, da diese durch ständige Beschädigungen, bedingt durch Fehlbedienung oder Fremdstücke, selten in Betrieb waren.
Es bleibt lediglich die Ihnen schon bekannte Möglichkeit mittels Safebag, sofern Sie die Münzen nicht selber rollen möchten.
Vielen Dank für den Hinweis zu unserer Homepage. Diese Seite wurde zwischenzeitlich korrigiert.

Freundliche Grüße

4. September 2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 20:17

seit der Euro-Einführung hat sich bei mir etwa 20 Kilogramm Hartgeld angesammelt. Diesen – möglicherweise – nicht unerheblichen Betrag möchte ich auf mein Konto in ihrem Hause einzahlen. Ein aufwändiges Rollen des Kleingelds kommt für mich nicht in Frage, da ich berufstätig bin. Laut ihrer Homepage bietet die Sparkasse Köln-Bonn ihren Kunden die Möglichkeit, spezielle Münzeinzahlgeräte zu nutzen, ein Angebot, von dem ich heute Gebrauch machen wollte. Laut Homepage gibt es diese Geräte in den Sparkassen Selbstbedienungs-Centren Köln Arcaden und Flughafen Köln/Bonn.
Mit einigem Erstaunen musste ich allerdings feststellen, dass es mir weder in den Köln-Arcaden noch am 15 Kilometer entfernten Flughafen Köln-Bonn möglich war, mein ungerolltes Hartgeld auf mein Konto der Sparkasse einzuzahlen. Entgegen der Information auf ihrer Homepage sehen die Geräte offenbar nur die Einzahlung von Geldscheinen vor. Ein zusätzlicher Automat am Flughafen gab mir, nach Auslesung meiner Sparkassen-Karte die Information, für mich bestünde die Möglichkeit der Hartgeld-Einzahlung an diesem Gerät nicht. Unverrichteter Dinge trat ich mit meinen 20 Kilogramm Kleingeld den 20 Kilometer weiten Heimweg nach Bickendorf an. Immerhin: Ein Gramm pro Meter!

Es stellen sich mir nun zwei Fragen. Vielleicht können Sie mir ja helfen?
Erstens: Gibt es für mich, wie vor der Euro-Umstellung, die Möglichkeit, mein ungerolltes Kleingeld von einem Automaten kostenlos zählen zu lassen? Ich weiß, dass die Sparkassen einen kostenpflichtigen Safebag “Service” anbieten.
Zweitens: Ist die Information auf ihrer Homepage veraltet oder nur missverständlich formuliert? Für den ersten Fall bitte ich Sie, in ihrem eigenen Interesse, um Korrektur, in der Hoffnung, ein veralteter Stand der Internet-Plattform möge keinerlei Sicherheitsrisiken für mein Internet-Banking birgen.
Für den zweiten Fall biete ich Ihnen hiermit gerne meine, in diesem Fall allerdings kostenpflichtigen Dienste als Texter an. Gerne stünde ich Ihnen in dieser Angelegenheit zur Seite. 

In der Hoffnung, bald 20 Kilo abzunehmen, verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen,

3. September 2007

Durchgangszimmer

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 09:04

Heute Nacht geträumt, ich würde in einem Gemeindezentrum wohnen. Roter Klinker. Auf dem Weg in mein Zimmer muss ich jedes Mal durch einen Veranstaltungsraum. Dort sitzt immer eine Selbsthilfegruppe, und wenn ich den Raum betrete, werde ich mit erwartungsvollen Augen angeguckt. Entschuldigung, sage ich dann, ich habe nichts. Ich muss nur in mein Zimmer.

1. September 2007

Tintenfass, mundgeblasen

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 21:01

Gestern war ich in einem Manufactum-Laden. Früher konnte man die Manufactum- Sachen ja nur im Versand bekommen, und ich dachte immer, die Post freut das bestimmt besonders, weil 90% der Artikel im Manufactum-Katalog immer als schwere Ausführung gekennzeichnet war. Wir hatten den Katalog lang als Klolektüre neben einem dicken Globetrotter-Prospekt liegen, die waren beide prima, weil es viel zu Gucken aber auch zu Lesen gab. Armeen von Schreibern müssen diese Texte zurecht gezimmert haben, das war schon erstaunlich. Die Produktbeschreibung waren immer ungefähr so aufgebaut: In einem kleinen Dorf an der Loire haben wir ihn wieder endeckt, den XY. Nun lassen wir ihn exklusiv und in kleiner Auflage wieder herstellen … in extra schwerer Ausführung.
Deren Claim ist ja: Manufactum – Es gibt sie noch, die guten Dinge. Eigentlich sollte er aber heissen: Manufactum – Es gibt sie noch, die völlig zu Recht in Vergessenheit geratenen Dinge. Denn was man mit schiefen, krummen und Tonnen schweren Küchengeräten, Lampen, Gartenmöbeln oder Lederschuhen soll, konnte sich mir bis heute nicht recht erschließen.
Von den Preisen mal ganz zu Schweigen! Im angegliederten Delikatess-Imbiß gestern konnte man eine Käsestulle für 3 Euro 70 erwerben. Das ist doch allerhand! Selbst die Produkte aus der Sonderkategorie Gutes aus Klöstern hatten eigentlich durch die Bank überaus weltliche Preise. Ob da beim Mönch viel ankommt? Ist das PC?

Auf der Manufactum-Homepage heute dann die Überraschung: Dort gibt es eine Letzte Gelegenheit – Kategorie. Aber wie denn das? Gibt es sie etwa bald nicht mehr, die Dinge in extra schwerer Ausführung?

28. August 2007

Psst …….. Psst …….. Psst

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 19:22

Frisch ausgegraben, im eigenen Kopf: Das Geräusch der vergilbten Alfi-Thermoskanne in der Küche meiner Großeltern. Ein winzigkleines aber regelmäßiges Zischen der alten Gummidichtung, hervorgerufen durch den Druck des heiß gehaltenen Tees im Innern, Ostfriesische Mischung. Weiter ist fast nichts hörbar, allerhöchstens das Umblättern einer Zeitung, das Geradeschlagen einer Seite. Dazu das Bild meines Großvaters, den Kopf leicht nach hinten geneigt, den Blick durch die Bifokalgläser fest aufs Papier gerichtet.

8. August 2007

… die documenta?

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 19:38

Im Nachhinein würde ich jetzt schon sagen, dass es sich gelohnt hat. Vor Ort weiß man das ja immer nicht so genau. Da sieht man ein paar schöne Arbeiten und eben auch viel Mist; überflüssige, völlig belanglose Sachen, obsoletes. Aber die vergisst man glücklicherweise wieder, und die guten Stücke behält man.

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Gefallen haben mir zum Beispiel die mit Brecheisen und Zange beschriebenen Zäune von Dmitri Gutov im Aue-Pavillon. Erst wenn man direkt davor steht, erkennt man, dass es sich bei den filigranen Schriften und Zeichen um dickes, gebogenes Eisen handelt. Im Gegenlicht funktioniert das ganz wunderbar. (Künstler und Werk im Video)

Wirklich super war auch der „Phantom Truck“ von Manglano Ovalle Inigo in der documenta-Halle. In einem großen, fast völlig abgedunkelten Raum erahnt man irgendwann einen originalgroßen LKW-Anhänger; die Nachbildung eines mobilen Labors zur Herstellung biologischer Waffen. Vorlage waren Colin Powells „zuverlässige Informationen“ die ja auch die Rechtfertigung für die Irak-Invasion der USA lieferte.

Schon etwas älter aber trotzdem schön fand ich auch Simryn Gills „Remade internal systems from a model 1313 Tata truck“ – die nachgebaute Motor- und Getriebegruppe eines Transporters aus Termitenhügelerde, Flußlehm, Muschel- und Fruchtschalen (Banane, Mango, Mangostin), Blätter (Bodhi, Sea Almond, Durian), Kokosnussrinde und -faser, Areka-Nussschalen, Kapok, Lalang-Gras, Bananenbaumstamm, Bougainvillea, Gelatineklebstoff, Dammarharz und Milch. Quasi ein leckeres Müsli-Getriebe!

Natürlich war auch wieder einige „Hurz“-Kunst dabei, da steht das breite Publikum ganz ergriffen davor und deutet und gibt sich wirklich alle Mühe mit Bildsprache und Symbolik. So viel Muße hatte ich nicht immer. Wenn ich mir zum Beispiel die dritte großformatige Pimmelhuldigung von Juan Davila angucken muss, wird es schon schwer. (Wie schmal dessen Motivpalette ist, merkt man auch bei einem Blick in Google Bilder: Sobald es etwas detailreicher wird, wird da schön alles raus gefiltert. Selber schuld Juan! Nicht so viele Pimmel malen!

Und ebenfalls overfeatured fand ich Cosima von Bonin, das ist einfach nicht mein Fall. Aber was willste machen, ein paar Deutsche müssen eben auch immer dabei sein.

In Erinnerung bleiben wird mir auf jeden Fall das Mohnfeld von Sanja Ivekovic. Und zwar nicht nur, weil es wirklich sehr schön anzusehen war, sondern auch weil ich mir vier reife Schlafmohn-Kapseln mitgenommen habe. Für das Feld war extra eine Sondergenehmigungng von der ,Bundesopiumstelle’ in Bonn eingeholt worden. Wieder zuhause angekommen, stellte sich allerdings nach kurzer Recherche heraus, dass es sich beim documenta-Schlafmohn um eine morphinarme Sorte handelt.

Wahrscheinlich besser so. Man weiß ja, wie diese Künstler sind.

5. August 2007

Tschüss, Schatz!

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 12:41

Obwohl erst zarte 28, zeigt die Freundin des Mitbewohners bereits vermehrt Anzeichen seniler Demenz.

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2. August 2007

Peinlich, peinlich.

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 10:34

Dabei hatte er es doch eigentlich nur gut gemeint.

Gestern Abend stehe ich im Lidl, schon kurz vor der Kasse, wie üblich völlig überladen. Nur gut, dass ich mich nicht auch zu Milch-Hamsterkäufen hab hin reißen lassen. Vor mir in der Schlange steht ein Junge, vielleicht 17 oder 18, sieht ganz aufgeweckt aus, Locken und Mütze, Hose baggy. Er kauft: Zwei Sixpac Lidl-Bier Gold und zwei Zwei-Liter-Flaschen Sangria (die, bei der der Blindenhund gleich mitgeliefert wird).
Oha, denke ich, da will es aber einer wissen.

Schon von weit weg hatte ich gesehen, dass der Kassierer wohl einen Clown gefrühstückt hatte. Mit jedem Kunden machte er ein Späßchen. Gerade fragt er eine junge Frau mit EC-Karte nach ihrer Pin. Die reagiert prompt und sagt: Beim nächsten Mal vielleicht, Schätzchen. Das treibt den Kassierer natürlich richtig an, so dass er zum Baggy-Hosen-Junge beim scannen der Sangria sagt:

Ah! Und zwei mal Pennerglück!

Der Junge guckt ihn versteinert an und lächelt nicht die Bohne. Der einzige der lacht bin ich (und ich habe einen Helm auf). Ich denke, vielleicht hat der Junge es einfach akkustisch nicht verstanden? Und genau das denkt auch der Kassierer. Er legt noch mal nach:

Na wolln ma hoffen, dass Dir davon nicht schlecht wird! (Was ja an sich schon mal eine ziemlich mutige Ansage für einen Supermarktmitarbeiter ist.) Und jetzt reagiert auch der Lockenjunge und urplötzlich wird dem Kassierer klar, warum der Witz nicht witzig war. Der Junge sagt ganz trocken: Nö, is´ für meinen Vater. Da war der Kassierer blitzartig still und hat auch kein Spöki mehr gemacht.
Ich fands trotzdem klasse! Erziehungsberechtigte beleidigen? Großes Kino!

Und als ich dran bin, frage ich extra noch mal nach. Nur damit der Kassierer nicht denkt, es hätte niemand gemerkt. Ich frage:
Seit wann dürft ihr eure Kunden denn Penner nennen?
Wollte er nix zu sagen.
Penner.

23. Juli 2007

Vier mal Urlaub

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 17:23

Auszugsweise.

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21. Juli 2007

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 12:58

Frau Z. wohnt schr

19. Juli 2007

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 12:51

Alpen und Dolomiten, generell Berge: Das ist schon ein witzige Sache. Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, die dort hin zu bauen? Professor Harald Lesch aus dem Fernsehen hat gesagt, das würde dort in Zukunft alles noch weiter aufgefaltet, gewissermaßen bis zur Unkenntlichkeit, immer höher, wie der Himalaya. Er selbst würde rechtzeitig Grundstücke in Polen kaufen, denn Polen würde das neue Alpenvorland. Schweizer und Österreicher würden es zunehmend schwerer haben in ihrem Land, das ganze rauf und runter, das wird nicht leicht.

Da mich die Oberflächengleitsportarten nicht besonders ficken, hatte ich mit Bergen bisher eigentlich nichts am Hut, durch die Rocky Mountains bin ich mal gefahren, um dann hinterm Wolf Creek Pass auf 3291 Metern mit kaputter Benzinpumpe liegen zu bleiben. Da wird die Luft schon so dünn, dass man sich zwei mal überlegt, ob man um Hilfe ruft. Nichts desto trotz kann, wie ich jetzt weiß, auch ein Hanseat Freude an Bergen entwickeln. Egal ob sie nun spitz, schroff, blockartig, symmetrisch oder schief sind: Mit dem Motorrad fährt es sich prima darauf herum, zumindest im Sommer. Faszinierend war hierbei für mich unter anderem die Feststellung, dass Berge meist nicht allein in der Landschaft herum stehen, sondern oftmals Teil eines Gebirges sind. Bevor man von einem so richtig runter ist, ist man schon wieder halb auf einem anderen drauf, in einem durch geht das, man bekommt es fast nicht richtig mit. Zum Glück ist an der Oberseite eines Berges jeweils ein Gipfel angebracht, mit etwas Schnee drauf, damit man ihn besser erkennt. Diesen Gipfel kann man vom Pass aus betrachten, der Pass ist sozusagen der Gipfel einer Strasse, von dort geht es auf beiden Seiten runter. Oft ist der Pass mit einen Rasthaus ausgerüstet, ich nehme stets Leberkäse mit Spiegelei.

Die meisten Leute machen ein Foto, wenn sie es auf den Pass geschafft haben, damit sie wissen, auf welchen Bergen sie gewesen sind. Das ist hinterher wichtig, bei dem ganzen Durcheinander im Gebirge. Ganz schlaue stellen sich auf dem Foto so hin, dass man weder den Namen des Passes, noch die entsprechende Höhe erkennen kann.

Passo Falzarego

Das sind dann natürlich meistens die Hanseaten oder andere bergfremde Etnien. Dennoch: Ihre Augen leuchten voller Stolz ob des bezwungenen Massivs, Mensch vs. Natur, wo gibts das heute noch? Es dauert dann immer ein paar Minuten, bis ein großer Reisebus um die Ecke biegt, mit 40 Slowenen drin, die machen dann auch alle so ein Foto.

Aber sie leuchten dabei nicht.

15. Juli 2007

Sorry,

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 15:48

dass hier schon so lange nichts mehr passiert ist. Das liegt aber nicht daran, dass mir die Worte fehlen, sondern daran, dass ich im Urlaub war. Ich sortiere jetzt erst mal meine Sachen, dann mich selbst, und dann melde ich mich wieder.

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23. Mai 2007

Aua: Briefmonopol fällt

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 17:44

Jetzt geht die Scheisse nämlich los, dass man drei mal täglich in den Briefkasten gucken muss, weil die gelbe Post um 9h, die rote um 10h und die grüne am späten Nachmittag kommt.
Letzte Woche stand eine Briefträgerin völlig aufgelöst vor meiner Tür und wollte mir einen Stapel Briefe für den gesamten Hinterhof in die Hand drücken. Ich schaffe das sonst nicht! Ich bin total am Ende! Ich geb ihnen das jetzt! Dieser Beruf scheint es in sich zu haben. Erst im letzten Jahr hat es unseren Stammbriefträger auf der Äußeren Kanalstraße erwischt. Herzklabaster. Bei mir vorm Fenster hat er sich täglich pünktlich um 8h45 eine Zigarette angezündet. Aber damit ist es nun wohl vorbei.

16. Mai 2007

Flip

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 10:28

Gestern abend Spargel essen bei M. Geht natürlich nicht ohne den richtigen Schinken. Ich also auf den letzten Drücker noch zu Kaufland gezwitschert, weil der am größten war, wegen Auswahl und so.
Schinken war schnell gefunden, Schwarzwälder am Stück, und zwei Pott Sahne für Erbeeren hinterher hab ich auch noch gekauft.

An der Kasse steht ein Rastafari vor mir in der Schlange, also natürlich kein richtiger aber der ging schon so in die Richtung, auch mit 15 Kilo Haaren unter einer wirklich gigantischen rot-gelb-grünen Strickmütze, die die übliche Schräglage aufwies, wie der schiefe Turm von Pisa. Und jetzt kommts: Eingekauft hatte Ziggy ausschließlich Erdnussflips. Aber nicht eine Tüte, sondern etwa fünfzig. Das Band war von vorne bis hinten voll! Ich musste richtig Lachen und hab die ganze Zeit versucht, Blickkontakt mit ihm aufzubauen, so nach dem Motto Hey, sauber, endlich hats mal einer begriffen. Aber Ziggy war schon total auf die Flips konzentriert und hat auch nicht mehr hochgeguckt.

12. Mai 2007

Traum vom Fliegen

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 19:06

Seit wirklich langer Zeit mal wieder eine ganze Nacht nur geflogen. Direkt nach dem Einschlafen gings los. Gegen Drei bin ich kurz aufgewacht und dachte: Ach wie schade, jetzt biste aufgewacht. Ging dann aber direkt weiter.
Das Fliegen selbst funktionierte wie immer: Schwimmen in der Luft. Wenn es einen langsam zur Erde zieht macht man einzwei Züge und ist wieder oben. Über den Bäumen, Häusern, Menschen.
Wegen einer blonden Frau am Boden hab ich mich ein paar Mal absinken lassen. Hat mich an S. erinnert, obwohl ich die seit nem Jahr schon nicht mehr gesehen habe. S. war ganz ungehalten wegen meinem Rumgefliege. Was das solle. Gäbe doch genug zu tun, hier unten.
Damals in Bremen gab es mal eine Umfrage zum Traumfliegen. So zu Forschungszwecken. Weiß gar nicht, was daraus geworden ist. Da wurde genau gefragt, wie man fliegt und wo. Wie lange. Würde mich interessieren, was die ergeben hat, weil: Im Traum ist mein Fliegen ein Trick, den irgendwie nur ich drauf habe. Ich kann dann immer gar nicht verstehen, warum die Anderen dabei scheitern. Wo es doch so einfach ist.

30. April 2007

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 13:02

E. , der Feuerwehrmann werden will, erzählt gestern Abend die Geschichte seiner ersten großen Enttäuschung. Er war drei und kann sich nach eigenem Bekunden noch lebhaft an den Moment erinnern, in dem er der ablaufenden Verarsche gewahr wurde: Es ist sein erster Tag im Kindergarten, und irgendwann verabschiedet sich Mama überraschend mit den Worten Ich gehe nur kurz eine Fernsehzeitschift kaufen, bis gleich mein Schatz. Nach etwa vier Stunden schöpft E. erstmals Verdacht, nach fünf ist dann alles klar: Ich werde hier verarscht! Nach Strich und Faden!

Eine Fernsehzeitschrift. Aber so eine Ausrede muss eben plausibel klingen. Bei uns gab es das zum Beispiel auch abends. Nach dem Gute-Nacht-Kuss war eine gängige Verabschiedung: So, wir müssen jetzt noch mal eben zur Post, schlaf gut!

Hut ab vor E´s Spürsinn. Urzeit und Abendgarderobe meiner Eltern haben mich nie stutzig gemacht.