5. September 2007

Frau X, Frau Y, Frau Z.

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 21:26

Die Wohnung von Frau Z, meiner ehemaligen Nachbarin, ist noch nicht neu vermietet. Nicht, dass die Leute für 30qm in Bickendorf Schlange stehen würden, aber immerhin ist das Ganze jetzt schon sechs Wochen her. Umso überraschender scheint da die Tatsache, dass Frau Zs Fenster immer noch geschlossen sind. Die Nachbarin erklärte mir das heute so:

Die Wohnung sei noch nicht frei gegeben. Laut Ordnungsamt handele es sich bei Frau Z. um eine so genannte Fundleiche – einen Verstobenen ohne weitere Angehörige. Da niemand zur Identifikation heran gezogen werden kann, könnte es sich bei der Leiche auch um einen X-beliebigen Menschen handeln. Im Prinzip wäre es also möglich, Frau Z. hätte sich irgend eine Leiche besorgt, sie auf ihr Sofa gelegt und sich aus dem Staub gemacht. Sie wäre einfach untergetaucht, mit gefälschter Identität, undercover.

Der Gedanke lässt mich nicht mehr los. War Frau Z. eine Schläferin?

19. Mai 2007

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 14:16

Gestern Abend: Laues Lüftchen, Kerzen an, Flaschen auf.
Auf dem Grill:
Garnelenschwänze, Kaninchenvorderläufe, Spanferkelkoteletts.
Neben dem Grill:
Der Nachbar.
Dann, nach einer dreiviertel Flasche Merlot, der Nachbar spricht.

Ich kenn sie doch, diese ganze Mischpoke.
Auf der Bed & Brutter Rumstehen kann ich auch.

13. April 2007

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 09:15

Nochmal ein Nachtrag zur neuen Jeans: Mein Nachbar hat mir gerade erzählt, dass alle Hosen vorgewaschen würden, auch die nicht-vorgewaschenen, das mache man aus Gründen der Hygiene, wegen der Krankheiten, genau wie bei den Garnelen. Aha, habe ich da überrascht gefragt, eine Garnelenhose? Neinnein, die Garnelen würden auf dem Kutter auch alle einmal vorgekocht, auch wegen der Hygiene, damit man sich keine Krustentiergrippe holt.

Zur Recht fragt man sich nun natürlich, was meinen Nachbarn zu einem solchen Hosenprofi macht. Ganz einfach: Die Herkunft. Er kommt aus Dinslaken, das man, womöglich wegen des konsequenten Charmes der 80er, auch Jeanslaken nennt. Da ist man gewissermaßen Denimexperte von Geburt an.

Nicht nur mit ihren Hosen seien die Menschen in Jeanslaken eben sehr direkt, direkter als der Rest vom Pott, erklärt der Nachbar. Ein herrliches Bild bietet dabei die Geschichte eines Mannes, der in Jeanslaken eine volle Kneipe mit einer großen Axt in der Hand betritt. Die Axt schlägt er augenblicklich und ohne zu Zögern mit voller Wucht mitten in die Theke, gefolgt von der Ansage, dass jetzt bis zum Eintreffen der Polizei durchgezapft werde.

Zur Theorie der gekochten Garnelenhose hab ich dann sicherheitshalber nichts mehr gesagt.

9. Februar 2007

Einmal vorwärts, einmal rückwärts

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 00:51

Die Nachbarin hat einen Freund, der eine Katze hat. Diese Katze schleppt regelmäßig angebissene Tiere an, bis vors Bett, manchmal auch auf die Badematte, je nach Tagesform. Meistens sind das natürlich Vögel, aber auch eine ganze Eichhörnchenfamilie hat so schon ihr Ende im Badezimmer der Nachbarin gefunden. Diese Katze ist ziemlich anspruchslos, dabei aber überaus rabiat.

Umso erstaunlicher, dass die Taube, die der Nachbarin neulich stolz von der Katze präsentiert wurde, nicht tot war, sondern nur fast. Um das Leiden des Tieres nicht unnötig zu verlängern, suchte die Nachbarin augenblicklich nach einem Furchtlosen, einem Henker, der dem geschundenen Leib der Taube den Rest geben könnte, kurz und schmerzlos. Schnell fiel ihre Wahl auf den Nachbarn, mich also, der aber unterwegs war, genauso wie der große Rest der Nachbarschaft. Nur einer war zuhause: Der Patchoulimann.

Der Patchoulimann heißt so, weil man ihn immer zuerst riecht und dann sieht. Ganz in schwarz schreitet er dann über den Hof und wenn man müsste, würde man ihn vielleicht einen Waver oder Goth nennen, obwohl das vielleicht nicht stimmt, und er in Wirklichkeit einer seltenen subkulturellen Splittergruppe angehört.

Die Nachbarin klopft also an seine Tür und fragt ihn, ob er nicht ein Tier umbringen will.

Der Patchoulimann ist ziemlich irritiert und wundert sich. Komisch, dass du damit ausgerechnet zu mir kommst. Der Nachbarin mit der angebissenen Taube in der Hand ist das natürlich ziemlich peinlich. Sie möchte doch nur tierische Qualen verkürzen! Von opfern war keine Rede!

Der Patchoulimann jedenfalls lehnt ab. So etwas praktiziere er nicht. Die Nachbarin muss weitersuchen und wird schließlich auf dem Parkplatz fündig: Dort trifft sie S., der gerade sein Auto parkt. Zuerst ist auch S. bei dem Gedanken der angebissenen Taube den Garaus zu machen nicht ganz wohl zumute. Zumindest nicht so direkt! Mit den blanken Händen?

Die Lösung bringt schließlich ein blauer Müllsack: In den nämlich steckt S. die Taube und fährt mit seinem Lieferwagen zweimal drüber. Einmal vorwärts, einmal rückwärts.

5. Februar 2007

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 15:38


Hab am Wochenende eine super Zeitreise gemacht. Musste dazu glücklicherweise nicht erst eine Maschine entwickeln, sondern nur meine Nachbarin (die mit dem Husten) auf eine Geburtstagsparty begleiten. Normalerweise gehen solche Zeitreisen ja immer nach Hinten los, also in die Vergangenheit, mit schlimmer Musik und Gouda-Weintrauben-Spickern. Diese Party aber nicht. Die ging nach Vorne, also in die Zukunft. Und zwar weil: Teure Location, Mediendunstkreis und alle um die 40. Und so wie es momentan ausschaut, ist das mein Schiksal.

Bis auf die teure Location natürlich.

4. Februar 2007

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 10:31

Wow! Als ich den das letzte Mal gesehen hab, hatte der noch Haare!

18. Januar 2007

Filed under: Die Nachbarin — Freerk @ 18:36

Meine Nachbarin will mit dem Rauchen aufhören. Nach eigenen Angaben freue sie sich besonders darauf, “mal wieder richtig herzhaft Lachen zu können, ohne gleich einen starken Hustenanfall zu bekommen. Und aufs Schreien freue ich mich auch!”

Na super.