28. August 2007

Psst …….. Psst …….. Psst

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 19:22

Frisch ausgegraben, im eigenen Kopf: Das Geräusch der vergilbten Alfi-Thermoskanne in der Küche meiner Großeltern. Ein winzigkleines aber regelmäßiges Zischen der alten Gummidichtung, hervorgerufen durch den Druck des heiß gehaltenen Tees im Innern, Ostfriesische Mischung. Weiter ist fast nichts hörbar, allerhöchstens das Umblättern einer Zeitung, das Geradeschlagen einer Seite. Dazu das Bild meines Großvaters, den Kopf leicht nach hinten geneigt, den Blick durch die Bifokalgläser fest aufs Papier gerichtet.

9. August 2007

Frühstücke Europas

Filed under: Kulinares — Freerk @ 11:32

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Zagreb, Wien, St. Petersburg

8. August 2007

… die documenta?

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 19:38

Im Nachhinein würde ich jetzt schon sagen, dass es sich gelohnt hat. Vor Ort weiß man das ja immer nicht so genau. Da sieht man ein paar schöne Arbeiten und eben auch viel Mist; überflüssige, völlig belanglose Sachen, obsoletes. Aber die vergisst man glücklicherweise wieder, und die guten Stücke behält man.

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Gefallen haben mir zum Beispiel die mit Brecheisen und Zange beschriebenen Zäune von Dmitri Gutov im Aue-Pavillon. Erst wenn man direkt davor steht, erkennt man, dass es sich bei den filigranen Schriften und Zeichen um dickes, gebogenes Eisen handelt. Im Gegenlicht funktioniert das ganz wunderbar. (Künstler und Werk im Video)

Wirklich super war auch der „Phantom Truck“ von Manglano Ovalle Inigo in der documenta-Halle. In einem großen, fast völlig abgedunkelten Raum erahnt man irgendwann einen originalgroßen LKW-Anhänger; die Nachbildung eines mobilen Labors zur Herstellung biologischer Waffen. Vorlage waren Colin Powells „zuverlässige Informationen“ die ja auch die Rechtfertigung für die Irak-Invasion der USA lieferte.

Schon etwas älter aber trotzdem schön fand ich auch Simryn Gills „Remade internal systems from a model 1313 Tata truck“ – die nachgebaute Motor- und Getriebegruppe eines Transporters aus Termitenhügelerde, Flußlehm, Muschel- und Fruchtschalen (Banane, Mango, Mangostin), Blätter (Bodhi, Sea Almond, Durian), Kokosnussrinde und -faser, Areka-Nussschalen, Kapok, Lalang-Gras, Bananenbaumstamm, Bougainvillea, Gelatineklebstoff, Dammarharz und Milch. Quasi ein leckeres Müsli-Getriebe!

Natürlich war auch wieder einige „Hurz“-Kunst dabei, da steht das breite Publikum ganz ergriffen davor und deutet und gibt sich wirklich alle Mühe mit Bildsprache und Symbolik. So viel Muße hatte ich nicht immer. Wenn ich mir zum Beispiel die dritte großformatige Pimmelhuldigung von Juan Davila angucken muss, wird es schon schwer. (Wie schmal dessen Motivpalette ist, merkt man auch bei einem Blick in Google Bilder: Sobald es etwas detailreicher wird, wird da schön alles raus gefiltert. Selber schuld Juan! Nicht so viele Pimmel malen!

Und ebenfalls overfeatured fand ich Cosima von Bonin, das ist einfach nicht mein Fall. Aber was willste machen, ein paar Deutsche müssen eben auch immer dabei sein.

In Erinnerung bleiben wird mir auf jeden Fall das Mohnfeld von Sanja Ivekovic. Und zwar nicht nur, weil es wirklich sehr schön anzusehen war, sondern auch weil ich mir vier reife Schlafmohn-Kapseln mitgenommen habe. Für das Feld war extra eine Sondergenehmigungng von der ,Bundesopiumstelle’ in Bonn eingeholt worden. Wieder zuhause angekommen, stellte sich allerdings nach kurzer Recherche heraus, dass es sich beim documenta-Schlafmohn um eine morphinarme Sorte handelt.

Wahrscheinlich besser so. Man weiß ja, wie diese Künstler sind.

5. August 2007

Tschüss, Schatz!

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 12:41

Obwohl erst zarte 28, zeigt die Freundin des Mitbewohners bereits vermehrt Anzeichen seniler Demenz.

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2. August 2007

Peinlich, peinlich.

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 10:34

Dabei hatte er es doch eigentlich nur gut gemeint.

Gestern Abend stehe ich im Lidl, schon kurz vor der Kasse, wie üblich völlig überladen. Nur gut, dass ich mich nicht auch zu Milch-Hamsterkäufen hab hin reißen lassen. Vor mir in der Schlange steht ein Junge, vielleicht 17 oder 18, sieht ganz aufgeweckt aus, Locken und Mütze, Hose baggy. Er kauft: Zwei Sixpac Lidl-Bier Gold und zwei Zwei-Liter-Flaschen Sangria (die, bei der der Blindenhund gleich mitgeliefert wird).
Oha, denke ich, da will es aber einer wissen.

Schon von weit weg hatte ich gesehen, dass der Kassierer wohl einen Clown gefrühstückt hatte. Mit jedem Kunden machte er ein Späßchen. Gerade fragt er eine junge Frau mit EC-Karte nach ihrer Pin. Die reagiert prompt und sagt: Beim nächsten Mal vielleicht, Schätzchen. Das treibt den Kassierer natürlich richtig an, so dass er zum Baggy-Hosen-Junge beim scannen der Sangria sagt:

Ah! Und zwei mal Pennerglück!

Der Junge guckt ihn versteinert an und lächelt nicht die Bohne. Der einzige der lacht bin ich (und ich habe einen Helm auf). Ich denke, vielleicht hat der Junge es einfach akkustisch nicht verstanden? Und genau das denkt auch der Kassierer. Er legt noch mal nach:

Na wolln ma hoffen, dass Dir davon nicht schlecht wird! (Was ja an sich schon mal eine ziemlich mutige Ansage für einen Supermarktmitarbeiter ist.) Und jetzt reagiert auch der Lockenjunge und urplötzlich wird dem Kassierer klar, warum der Witz nicht witzig war. Der Junge sagt ganz trocken: Nö, is´ für meinen Vater. Da war der Kassierer blitzartig still und hat auch kein Spöki mehr gemacht.
Ich fands trotzdem klasse! Erziehungsberechtigte beleidigen? Großes Kino!

Und als ich dran bin, frage ich extra noch mal nach. Nur damit der Kassierer nicht denkt, es hätte niemand gemerkt. Ich frage:
Seit wann dürft ihr eure Kunden denn Penner nennen?
Wollte er nix zu sagen.
Penner.