2. August 2007

Peinlich, peinlich.

Filed under: Annekdotes — Freerk @ 10:34

Dabei hatte er es doch eigentlich nur gut gemeint.

Gestern Abend stehe ich im Lidl, schon kurz vor der Kasse, wie üblich völlig überladen. Nur gut, dass ich mich nicht auch zu Milch-Hamsterkäufen hab hin reißen lassen. Vor mir in der Schlange steht ein Junge, vielleicht 17 oder 18, sieht ganz aufgeweckt aus, Locken und Mütze, Hose baggy. Er kauft: Zwei Sixpac Lidl-Bier Gold und zwei Zwei-Liter-Flaschen Sangria (die, bei der der Blindenhund gleich mitgeliefert wird).
Oha, denke ich, da will es aber einer wissen.

Schon von weit weg hatte ich gesehen, dass der Kassierer wohl einen Clown gefrühstückt hatte. Mit jedem Kunden machte er ein Späßchen. Gerade fragt er eine junge Frau mit EC-Karte nach ihrer Pin. Die reagiert prompt und sagt: Beim nächsten Mal vielleicht, Schätzchen. Das treibt den Kassierer natürlich richtig an, so dass er zum Baggy-Hosen-Junge beim scannen der Sangria sagt:

Ah! Und zwei mal Pennerglück!

Der Junge guckt ihn versteinert an und lächelt nicht die Bohne. Der einzige der lacht bin ich (und ich habe einen Helm auf). Ich denke, vielleicht hat der Junge es einfach akkustisch nicht verstanden? Und genau das denkt auch der Kassierer. Er legt noch mal nach:

Na wolln ma hoffen, dass Dir davon nicht schlecht wird! (Was ja an sich schon mal eine ziemlich mutige Ansage für einen Supermarktmitarbeiter ist.) Und jetzt reagiert auch der Lockenjunge und urplötzlich wird dem Kassierer klar, warum der Witz nicht witzig war. Der Junge sagt ganz trocken: Nö, is´ für meinen Vater. Da war der Kassierer blitzartig still und hat auch kein Spöki mehr gemacht.
Ich fands trotzdem klasse! Erziehungsberechtigte beleidigen? Großes Kino!

Und als ich dran bin, frage ich extra noch mal nach. Nur damit der Kassierer nicht denkt, es hätte niemand gemerkt. Ich frage:
Seit wann dürft ihr eure Kunden denn Penner nennen?
Wollte er nix zu sagen.
Penner.

27 Kommentare »

  1. lidl. lidl ne oder?

    Comment by silka — 3. August 2007 @ 10:22

  2. nur gut, dass kein vorgesetzter in der nähe war. oder war einer in der nähe? oder er war vielleicht selbst der vorgesetzte…

    Comment by moritz — 18. August 2007 @ 13:41

  3. Der war kein Vorgesetzter. Zumindest will ich das, im Sinne der Lidl Stiftung, nicht hoffen. Die sind bei sowas nämlich gar nicht zimperlich, wie man ja weiss.

    Comment by Freerk — 20. August 2007 @ 17:48

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